Juli im Advent

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In Jahreszeiten denken ist das eine,

in Jahreszeiten leben das erschwerend Andere.

Ist der Sommer tatsächlich bloß die Abwesenheit vom Winter?
Am Abend des 18.Dezember wird das in hübsch-belesener Runde geklärt oder zumindest mit gut gewählten Kurzgeschichten und Versen aufgegriffen.

Das Rosegarden Magazin und der Albino Verlag holen mit der Leseveranstaltung “Juli im Advent” inmitten der ausladenden Vorweihnachtszeit für einen Abend lang den Sommer zurück an den Kotti.

Dank der Beiträge – vorgetragen von Stefan Mesch, Sebastian Guggolz, Denis Abrahams, Christian Ludwig, Ronny Matthes und Dennis Stephan – ist man plötzlich da, wo Sonne und endlose Sitzungen im Freien eben nicht zynisch erscheinen.

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Rosegarden Magazin & Albino Verlag

präsentieren

JULI IM ADVENT

Sonntag, 18.12.2016

aquarium / Skalitzer Straße 6

ab 18:30 Uhr 

Stefan Mesch

Denis Abrahams 

Sebastian Guggolz 

Ronny Matthes 

Christian Ludwig 

Dennis Stephan 

Nico Reinhold

Letzte Hochrechnung – den Menschen ein Wohlgefallen.

Letzte Hochrechnung – den Menschen ein Wohlgefallen.

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1. Verbeuge dich vor Neuigkeiten, die unwahr scheinen.

2. Leugne niemals deine Neigung zu Ausgrenzung und Verletzung auf großer Bühne.

3. Beachte dabei stets die Perfektion von Dilettantismus, der nach gleicher Augenhöhe riecht, sowie nach Mut zum Fehler schmeckt.

4. Unterschätze niemals den Hang zu Gefahr und verdrehter Blickweise.

5. Behüte dabei die Gier nach Hoffnung, nicht für die anderen, doch für dich allein.

6. Verlerne das Wort Schuld zu schreiben.

7. Sieh dich als Teil der Geschichte – der Untertitel fehlt dazu.

Herbstferien in Neuengland. Teil Drei.

Ein Abschiedsbrief an NYC.

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Fernweh gilt mancherseits als Beweis der eigenen Langeweile, muss gar als sicheres Zeichen für das Übergewicht des Realitätssinns herhalten oder ist vielleicht doch bloß eine Angewohnheit, die man mit Geld stillen kann.

New York City, du oft beschriebenes, abgeschriebenes Stück Fläche, zu der jeder angefangene Satz pathetisch oder provinziell erklingt.

In keinem Moment fühlt man sich dermaßen als fremd und Reisender, wie in jenem des Ankommens. Mit Gepäck, fragendem Rundumblick und der unweigerlichen Tatsache, nicht dazu zu gehören.
Ein Trost und Schande zugleich, dass es jedes erste Kennenlernen einmal nur gibt.

Selbst wenn die Gerüchte deiner chronischen Schlaflosigkeit nicht gedenken abzuflachen, komme ich in deiner Nähe sehr bald zur Ruhe. Trotz all der Weite und Höhe, der nicht zu leugnenden Dynamik, egal ob Showlaufen oder unabgesprochenes Grundtempo, geht man mehr noch aufrecht als geduckt zwischen Brooklyn, Manhattan und all deren Ausläufern.

Niemand – am wenigsten ich selbst – erwartet, das öffentliche Verkehrsnetz zu verstehen, trotzdem nehme ich immer wieder teil.
Hier hält man Schirme noch in Ehren, zahlt sich deren Nutzung schließlich aus. Für den Hang zu verlaufenem Käse darf man sich hier nicht schämen. Als Verfechter von Werbeverbot auf öffentlichen Plätzen hast du schwere Stunden.

Als purer Rückzugsort funktionierst du kaum. Ist man da, ist man bei dir. Schaut man dich an, hört man dir zu.
Dann sind Tage vergangen, man hat sich an dich angenähert, angepasst und deine Existenz mit Erinnerungen addiert – und doch verlässt man dich mit dem Bild nach außen, mit welchem man gekommen war: Beladen, prächtig überfordert und unklar, schnellen Schrittes unter grauen Wolken. Mit dem guten Gewissen, jedes zweite Kennenlernen bloß einmal zu haben.

Herbstferien in Neuengland. Teil Zwei.

Vier Nächte in Providence.

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Es war nicht die Hope Street,
die man stets mied.
Oder der Swan Point Cemetery,
welcher laut nach Enge schrie.
Nicht Stephen Hopkins Fährte,
der man sich verwehrte.
Eben nicht die State House Silhouette,
die zu gern von allem mehr noch hätte.
Nicht die ersichtliche Furcht vor Feuer,
die die Stadt nie beteuert.
Auch nicht Roger Williams im Prospect Park,
der einen hübschen Blick verbarg.

Es war der kompakte Ocean State,
der in Sachen Atmosphäre berät.
Das Wetter aller Möglichkeiten,
die einen durch dieses Neuengland begleiten.
Der herbstliche Farbkreis,
der um seine jährliche Route weiß.

In Rhode Island scheint die Welt noch klar,
bleibt Hast verdeckt, wirkt Chaos rar.

Herbstferien in Neuengland. Teil Eins.

Ach, Boston.

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Auf drei sich dehnende Joggende kommen nicht weniger als fünf Parkhörnchen frei von Scham. Einem minderbelüfteten U-Bahn-Schacht entsteigen aus dem lauten Nichts vier hilfsbereite Einheimische.

Junge Menschen werden von Fremden beim Lernen auf dem Harvardgelände fotografiert, Memorial reimt sich urplötzlich auf alles. Mitmenschen schauen dich persönlich an, schon die Revolution hat sich einst überall selbst vorher gesehen.

Zeig‘ mir den Weg am Charles River, ich schenke dir zwei meiner Stunden auf dem Freedom Trail. Gib mir rote Backsteine, ich bau‘ dir Boston, Massachusetts.

Der Pakt

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Innere Sicherheit liegt mir am Herzen, darum nimm‘ diese Worte an mit Schmerzen.

Halte Abstand von dir und den Gedanken, die aufrecht stehen, nie trübe wanken.

Weiche nicht aus dem Übermut, umstell‘ die Lust, besetz‘ die Wut.

Beende Blässe, die nach Ruhe stinkt, nach Zierde ruft, der Stille winkt.

Nimm bitte dir mehr Schwarz vom Weiß, bestenfalls bin ich dein Preis.

Es war kompliziert

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Lass‘ diesen Gedanken mein letzter sein, für uns und das Zusammensein, das mehr besteht aus dem, was war, kaum an morgen denkt oder an Alltag gar.

Die Zeit vergisst, macht sich vom Vorwurf frei, wie arg der Kampf auch gewesen sei, sei nicht bös‘ um das Ende bald, scheint die Verbindung alt, beinahe kalt.

Schüsse am Zoo

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Lichter, Ratten, Adventsgefühle – Fotoaktionen am Berliner Zoo pünktlich zur Dämmerung.

Der eine hält still, die andere hält drauf.

Jahreswechsel

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Diese Erkenntnis muss man loben – ich wurde um den Sommer betrogen.

Nun argumentiere ich ganz ungelenk – der Winter ist mein Trostgeschenk.

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