(500) Days Of Summer

Songs, welche von sich behaupten, keine Liebeslieder zu sein, oder liebliche Geschenke, die auf keinen Fall liebenswert gemeint sein sollen, sind schon so eine seltsame Seuche der Neuzeit. Dass das Genre “No-Love-Movie” von Jahr zu Jahr dichter besetzt wird, passt da nur umso besser in die allgemeine Entwicklung. Der Konsument, Hörer oder Zuschauer kann anscheinend selbst schlecht einschätzen, wo die Botschaft hingeht oder was das imaginäre Etikett aufzeigen soll. Das nimmt Spannung und Erwartung, schließlich wird der Begriff Liebe dann nur skelletiert, in seine allgemein kritischen Bestandteile zerpflückt. Das nennt man berechenbar, im schlimmsten Falle langweilig.

Anti-Beziehungskomödien gibt es zuhauf. Partnerschaften, die zum Scheitern verurteilt sind bzw. so tun müssen, um der Nähe zu Realität und Alltag Rechnung zu tragen. Wo die Aussage “Bleib solo!” aufleuchtet, die Contra-Liste mit einer satten Portion Überhangmandaten aufwarten kann. Wo Verliebte naive Träumer sind, verkappte Neuauflagen ihrer Eltern. Ziemlich einfach gedacht alles.

In (500) Days Of Summer lebt sich diese Sparte quer gedrückter Großstadtromantik wie ein extra errichtetes Paradebeispiel aus. Die Hauptcharaktere Tom und Summer erleben die Liebesgeschichte mit Verfallsdatum. Wobei hierbei der Katy Perry-Verschnitt mit ihrer lockeren, unverbindlichen Art zu Beginn noch begeistern kann, im Laufe der 97 Minuten dann an Coolness verliert bzw. Entscheidungen trifft, die weder Tom, noch der konventionelle beziehungserprobte Zuschauer gut heißen will oder nachvollziehen kann. Der Rahmen oder Platz zum Mitfühlen fehlt leider, fällt inmitten der zahlreichen angedeuteten Ideen von Script und Produktion misslicherweise den Stadtpark runter, welcher Dreh- und Angelpunkt des Geschehens sein darf. Drumherum wird das liebenswerte, aber recht bissfreie Gefühlsunterfangen in den zu erwartenden unchronologischen 500-Tages-Kalender gepackt, bekannte bis verdrängte Indie-Popsongs inklusive.

Euphorische Melancholie auf Zelluloid kann schön sein, unbeschwertes Coming-Of-Age-Geschwurbel mit Mute-Taste und dem Schenkelklopfer-Finale des Monats sind jedoch spätestens übermorgen vergeben und vergessen.