Das Konzept „Contra-Beziehung“

Beziehungen sind im Grunde Verbindungen zwischen Ob- oder Subjekten, die zusammen passen oder dies zumindest gerne hätten. Und da liegt der Igel im Jahre X im Curry. Alles, was eben verbindlich sein soll, schreckt erstmal ab. Wer will schon Konsequenz, offizielle Abmachungen oder einen unsichtbaren Zwang inmitten des Alltagsspuks. Klammeraffen tun weh, und so windet man sich gerne aus allem raus, was die innere Freiheit und Individualität potentiell in Gefahr bringt. Sich selbst offenbaren gleicht wohl Erniedrigung und menschlicher Transparenz in einem. Gut, das Einzelgängerdasein umgibt gesellschaftlich auch eher die fragwürdige Aura. Also herrschen dann menschlichen Verbindungen, die von Erwartungen bis Vertrauen in die Kombination an sich, auf Off oder unterstem Level laufen. Wo es bei Zwistigkeiten oder Atmosphärewechsel keinen Big Bang geben wird, weil eh nie etwas ausgesprochen, geschweige denn abgesprochen war. Und so suhlt man sich weiter im Sumpf der Unsicherheiten, auf die man selbst angeblich so viel Wert legt. Dort ist es auf Dauer nicht nur ungemütlich, man macht sich womöglich schmutziger, als auf der konventionellen Ebene. Der Beziehungsstatus “Unentschlossen” wird im Volkmund natürlich auf “die richtige Person warten” umgemünzt. Es soll ja nicht heißen, man wüsste nicht wohin mit sich und all den dubiosen sozialen Ansichten. Das Image des Abwartens bzw. reinen Warmhaltens kommt locker, aber im schlechtesten Falle als billigstes Alibi für den eigenen fehlenden Arsch in der Hose.