July Skies – The Weather Clock

Ihr kleiner Reisebegleiter

Man muss nicht immer verliebt, ein gefühlstechnisch weich erbautes Wesen oder Ökotrophologiestudent sein, um einen spätsommerlichen Nachmittag unter Apfelbäumen genießen zu können. Die still stehenden Gewächse lassen die letzten tief schürfenden Sonnenstrahlen nur bedingt zur Wiese gelangen, die Vögel und Grillen geben mit ihren mehr oder weniger dezenten Lauten ihr Übriges um die anheimelnde Picknickatmosphäre nahezu perfekt zu machen.

Dabei sollte schon seit 2002 jedem klar sein, dass sich neben dem obligatorischen Stück Pflaumenkuchen plus Kaffee mit Milch, nur noch eine Scheibe der Wahl aus dem angelsächsischen Hause July Skies auf der Decke platzieren braucht und man hat die grüne Bilderbuchsitzung tatsächlich live vor sich.

July Skies sind eine sowohl visuell, als auch musikalisch vollkommen stilsichere Ambientformation, die ihr Gespür für fein gesponne Klangwelten auch auf der aktuellen Veröffentlichung namens “The Weather Clock” wieder gekonnt unter Beweis stellt. Gerne kann man das Dream-Pop nennen, Postrock ohne Ausbrüche aber dennoch mit Spannungsbogen, würde es auch treffen.

Allein die Songtitel lassen schon erahnen, wohin die Tonreise gehen soll: “Branch Line Summers Fade” oder “Girl On The Hill”. Schaut man sich die offiziell genannten Einflüsse an, folgen solch treffende Aussagen wie “Lost Youth, Post-War Britain & The Sound Of Children Playing Faraway”. Da schlagen die geistigen Verknüpfungen Purzelbäume. Dass gerade im Jahr der kommerziellen Entdeckung atmosphärischer Gitarrenmusik dieses Kleinod völlig hinten über fällt, ist mehr als bedauerlich.

Für alle kommenden Sonntagsausflüge gehört dem zu Folge eines stets in den Korb gepackt – siehe oben.