Khoma – A Final Storm

„Danke. Ja, sie haben mich überzeugt.“

Man kennt dieses seltsame Erwachen, das einen halb-verwirrt, latent reizüberflutet und gleichzeitig so herrlich positiv gestimmt Richtung Realität wirft.

Die Gedanken sind nicht recht zu orten, man würde sich bestenfalls noch einmal auf die andere Schlafseite legen, um den Anschluss nicht zu verderben.

Ähnlich verhält es sich mit “Army Of One” des Cult of Luna-Nebenprojekts Khoma. Doch wer will den Projekt-Begriff ständig missbrauchen und die Querverbindung zur aktuell vielleicht wertvollsten Postcoreband immer aufs Neue aufbröseln, wenn das schwedische Trio spätestens jetzt mit Album Nummer 3 selbst den eingemeiselten Traumfänger in petto hat.

Genau wie das Gedankenwirrwarr an der Bettkante bleiben die elf Songs zwar hängen, flattern aber parallel angenehm orientierungsfrei durch die Rindenfelder des Großhirns. Die Songreihenfolge spielt dabei kaum keine Rolle – trotz offensichtlicher Hits wie dem aufkratzenden Opener oder auch Breitwand-Bombardement “From The Hands Of Sinners” – selbst auf Random wird ein atmosphärischer Schuh raus, findet der rote Faden sich erschreckenderweise quasi von selbst. Zwischen epischem Rock, Ambient, Postpop und schlecht versteckter Songwritingkunst ist generell noch etwas Platz, vorerst haben Khoma den jedoch mehr als überzeugend besetzt.

Geschrieben für das Fuze Magazine