Lady Gaga – The Fame

Zwischen Boxenstopp und Zuckerwatte

Mädels, natürlich seht ihr alle herrlich aus, wenn ihr so bedrückt zwischen Klavier und Wiese eure kleinen Liebeslieder schmachtet. Doch irgendwann ist man der weiblichen Melancholie überdrüssig und die gute alte Girl-Power schreit nach neuen Abschüssen.

Da kommt diese verstrahlend blondierte New Yorker Selbstinszenierung namens Lady Gaga gerade richtig. Statt einer Reise durch die tiefsitzenden Gefühlswelten, geht es mit ihr geradewegs in das Reich der Oberflächlichkeiten. Genau dort, wo es glitzert und funkelt, wo ordentlich geschüttelt wird und die Jungs willig Parade laufen.

Sie selbst versteht sich als provokante Künstlerin, beim Rotieren von „The Fame“ wird einem jedoch mehr deutlich: Sie steht auf Eurodance, Gwen Stefani, kompakt gesetzte Popsongs ohne seelisches Rückrat und vor allem sich selbst. Na hallo! Da müsste sich doch karrieretechnisch was machen lassen.

Und nun? Wer keine Angst vor catchy Refrains mit stimmlichem Potential hat, hört mal bei den offensiven Überohrwürmern „Boys, Boys, Boys“, „Beautiful, Dirty, Rich“ und „Just Dance“ rein. Wer da nicht heimlich vor Spiegeln tanzt, ist erwachsen oder selber schuld.