Stone Temple Pilots – Stone Temple Pilots

Jetzt keine Geschichtsbewältigung! Wer will bitte nochmal die 90er aufrollen, das Missverständnis von Grunge thematisieren und alles aufzählen, was sich auf Kokain, Absturz und Exzentrisch reimt.

Wichtig ist: eine der besten Rockbands überhaupt ist zurück. Unerwartet, totgeglaubt, oft unterschätzt, meist missverstanden, schlimmstenfalls belächelt. So wirklich hip waren die Herren aus San Diego im Grunde nie. Wenn dann eher hippiesk, ggf. leicht schwierig und schließlich doch sehr sehr klassisch. Sie waren einst zur rechten Zeit da, hatten parallel die rechten Songs, und fast durchgehend das Recht auf Erfolg ohne die massentechnische Überdosis.

Nun haben Scott Weiland & Co. tatsächlich ein neues, sechstes und auch noch selbstbetiteltes Album Richtung Musikmarkt geworfen. Und mit Werfen hat man es gleich korrekt beschrieben. Die Pilots halten sich nicht im Singer/Songwriter-Bardunst auf, verirren sich ebenso wenig im elektroiden Pop-Einerlei, sondern sind durchgehend das, was sie immer sein wollten: eine Rockband. Ohne überkandideltes Geschnörkel, der stetigen Suche nach dem schwarzen Faden im Songkorsett und treu dem Covermotiv im Zeichen von Frieden und Ausgeglichenheit unterwegs. Einfach, simpel und griffig. Das ist zu keiner Minute revolutionär, gewagt oder gar für den Aha-Effekt. Gefällt aber mit all den obligatorischen Zutaten alternativer Gitarrenmusik von vor der gerne erwähnten Jahrtausendwende. Und zeigt, dass sich nicht alles ändern muss – wofür gibt es schließlich das Gewohnheitsrecht?