Über Magazine

Über Magazine

Sie können Quelle von Informationen sein, zeitliche Überbrückung und Tischbeschwerer ohne weitere Funktion. Im besten Fall aber sind sie Freunde im Alltag und Unterhaltung für mehr als nur zwischendurch. Magazine haben gerade in den vergangenen fünf Jahren eine Wende durchlebt und können potentiell für jeden das darstellen, was sie eben dürfen.

Als Schaufenster für grafische Trends und Werbefläche für Menschen und deren Konsumgüter dienen die meisten der sich unabhängig bis alternativ rufenden Magazine einwandfrei. Die einen verstehen sich zudem noch als Sammlungen an Texten, die dem Heute oder auch Gestern entnommen sein könnten und somit den Aufhänger „zeitlos“ dem Begriff „Zeitschrift“ entgegenstellen. Lesende mögen den bekannten roten Faden, das spezifische Thema, um das sich inhaltlich alles windet. Dabei trifft nicht immer das Rote in’s Schwarze, gebotene Palette nicht jedes Mal den erwarteten Nerv. Doch das Wissen, niemals das perfekte Magazin zu finden, kann auch beruhigend wirken, oder motivierend. Das Gefühl beim Durchblättern, auch bei der progressiven Neuveröffentlichung, ärgerliches Füllmaterial, unnötige Platzverteilung und zu oft gelesene Aufsätze zu finden, schlussfolgert dann: Mach es selbst und vor allem besser!

Das haben sich viele bereits vorgenommen. So sprießen sie hervor, die Zeitschriften, die ihre Leserschaft nur halb definieren möchten und ihren Anspruch gegen die beteiligten Privatkonten ansetzen. Denen wenig Interesse an aneinandergereihten Kolumnen und Polaroid-Optik liegt.

Heraus kommt dann das Block Magazin, das endlich den oft falsch vergebenen Titel der guten Urlaubsliteratur passend für sich einheimsen darf. Oder aber das Kaltblut Magazin, welches sich gelungen der Kreuzung aus Mode, Kunst und schönen Medien aller Art widmet.

Und wenn man schon in Berlin ist, darf man gerne auch das Rosegarden Magazin erwähnen. Soeben noch eine übersichtliche virtuelle Plattform für Schaffende diverser Bereiche, veröffentlicht das Kollektiv um Mario Münster inzwischen auch gedruckt die Version eines Magazins, das sich um vieles schert – ein leitendes Thema, viele noch unbekannte Künstler und Ideen und Visionen von eben diesen.

Das riecht nicht nach Revolution oder der Neuausrichtung einer oft gelähmt geschriebenen Sparte am Kiosk, aber nicht weniger als einen nächsten Schritt für Unterhaltung in Seiten, die gerne etwas kosten darf und muss.