Verse

Gedanken aus dem Sommerloch. Folge 3

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Eine Liebelei namens Bergen.

Urban dürfen die anderen Städte sein, die gierig nach reisenden Menschen schreien.
Du zeigst dich erkenntlich mit Atmosphäre, welche in einem Mehrteiler nur umzusetzen wäre.

Es riecht nach Fisch und schmeckt nach Hauptstadt der Herzen, klingt nach Herrn Grieg, Emperor und hanseatischen Scherzen.

Zum Schutz, gar zur Wehr rufst du von oben die Massen, zum Erhalt von Hafen und deiner zeitlosen Gassen.

Die anderen lassen ihr Geld, ich meine Gefühle, du dafür leichte Schwere und behagliche Kühle.

Es braucht kaum Frau Skram und Kirchen aus Stäben, um mir eine Handvoll Norden zu geben. Um auf den Serpentinen deiner Geschichte zu gehen, folgt kein halbes Leben für ein Wiedersehen.

Gedanken aus dem Sommerloch. Folge 2

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Hinter die Kulisse Norwegens.

Die Temperaturen halbieren sich,
mein Auge arbeitet für zwei.

Jede Gasse schmückt eine Statue,
Fjorde verzieren sich selbst.

Ich gewinne immer wieder an Höhe,
die Berge verlieren an Bäumen.

Das Wasser fällt laut in Massen,
die eigene Geschwindigkeit steigt niemals.

Ich bin ein Opfer der Mücken,
niemand juckt plötzlicher Regen.

Elchwarnschilder schüren Hoffnung,
Waldsilhouetten lieben Black Metal.

Gemalte Wolken brechen auf,
Wohnwagen bleiben stehen.

Rote Häuser kopieren sich in guter Weise,
eigenhändig stapeln soll man Steine.

Fahrten im Slalom haben ihren Preis,
der Norden hantiert mit großen Zahlen.

Tage besitzen keinen Namen,
Stunden sind nach Ortschaften benannt.

Gedanken aus dem Sommerloch. Folge 1

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Der Urlaub und ich.

Vom Alltag enteignet, der Scheuklappen frei,
mit Neugier bekleidet oder was die Ferne auch sei.
Im Rucksack ein Gespür, welches Schwere beleidigt, den Kreisel halbiert,
die Nähe beseitigt.
Die Sorgen halten stand, der Gedanke mag gehen, der Sommer als Pfand, dessen Ende bekannt,
die Ferien bestehen.

Gerechtigkeit als Ziel

Gerechtigkeit als Ziel

Ist es ein Streich, den Takt zu ändern,
all die Systeme in sich auszuhöhlen?
Ist Neuerung auch gut zugleich,
wenn wir an das Alte uns haben zu gewöhnen?

Soll das Bisher jetzt Feind genannt sein,
gelobt das Morgen Besserung?
Macht verdeckter Schmutz nun besenrein,
erfährt Leben bald Verwässerung?

Die Antwort zeigt sich durch Entscheidung,
gelöst sind Probleme durch Verdrehen.
Zum Frühstück schon gibt es Verzweiflung,
als Abendmahl das große Flehen.

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren

Das eine riecht alt und doch nicht fertig,
viel angefangen, kaum aufgedeckt.
Das nächste scheint fremd und doch betör ich’s,
kaum dieses eingefangen, mehr tief versteckt.

Die beiden zusammen sollen ergeben,
etwas, was sich Verbindung schreit,
ohne Vorsatz mag ich bestreben,
dem Neuen schenk’ ich die Heiterkeit.

Wirrende Weihnacht

Wirrende Weihnacht

Es ist zu kalt für deine Leiden,
und doch zu warm für Heiterkeit,
der Winter wechselt bald die Seiten,
betrügt uns mit der Einigkeit.
Advent zum dritten, bald zum vierten,
bringt Hektik nah dem Heimidyll,
die Weihnacht samt Prunk, oft ohne Hirten,
grüßt dich und mich, solang sie will.
In Zweisamkeit und dunklen Stunden,
Begeisterung dank Kerzenschein,
das Ungesunde soll uns munden,
die Biederkeit bleibt brav und fein.
Es ist zu schön für unsere Wehen,
und doch zu schwer zum Liebesfest,
Weihnacht deckt auf, lässt gar verstehen,
was sich bis dahin verschweigen lässt.
So sind es Worte, nicht die Pfade,
die definieren, was heilig bleibt,
zum Feiern am Baume ich uns stets rate,
Braten und Liebe sich uns einverleibt.

Spätnachrichten: Gedanken von 05:12 Uhr

Spätnachrichten: Gedanken von 05:12 Uhr

Die Gefahr, ja, sie war stets bekannt,
auch wenn sie halb nur zu benennen war.
Vorahnung und Hoffnung blieben bis jetzt verwandt,
nun ist das Wissen da, die Hoffnung rar.
Die Zukunft scheint nun umbenannt,
das Leben windig, die Haltung starr.

Der Tag, eben der

Der Tag, eben der

Was wirst du tun, wenn der Tag ist da?
Eben der, der lange schon vorhergesagt.

Was bloß bist du im Stande zu sagen, wenn der Tag ist da?
Eben der, dessen Ankunft lange dich schon plagt.

Was bitte kannst du bewirken, wenn der Tag ist da?
Eben der, der oft besprochen, halb totgefragt.

Wie nur wird der Tag dich halten?
Eben dich, an dem das Warten hat genagt.

Es ist nicht kompliziert

Es ist nicht kompliziert

Bereichern willst du dich mit Küssen,
überziehen mit Bewunderung,
fremde Begeisterung ist nicht zu missen,
Einsamkeit bleibt Plünderung.

Beginnen scheint dein Tag mit Liebe,
das Ende gleich, ja, wenn auch fern,
Arm in Arm gegen die Triebe,
niemand sagt, was gut und falsch im Kern.

Ende

Ende

Du Ewigkeit.
Es fehlt der Ausweg, dich zu verschonen,
mit Gefühlen wie Gnade über dir zu thronen.
Zu wenig an Gründen für weitere Stunden,
zu viel Duft vom Ende, wie klaffend die Wunden.

Es fehlt Geduld für feines Umschreiben.

Es wird Zeit, das Leben dir auszutreiben.

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