Verse

Der aus der Gasse

Der aus der Gasse

Gut beraten, das ständ ihm gut,
statt halb verraten, Kopf fern von Mut.
Doch ist er nur er, von Straße Zwei.
Der Freude fremd, der Liebe frei.

Darf ich es sein, der das Herz ihm streift?
Lasst mich es sein, auch wenn das nicht reicht.
Sonst muss er ziehen, von Zwei zur Vier, dort vielleicht gehört er mir.

Geschenkt

Geschenkt

Schlaf für mich aus,
ruh für mich mit,
bleib statt meiner zuhause,
schenk mir die Pause.
nimm den Abend an dich,
gönn dir das Rasten,
bloß zu meinen Lasten,
so bleibt das Leben für mich.

Anfang April

Anfang April

Verhalten zeigt sich dein Verhalten,
seitdem der Frühling früher blüht,
verwalten soll ich deine Falten,
derweil die Jugend dir verglüht.

Beseelt blickst du hinauf zum Morgen,
welcher dem Gestern besser stand,
die Freude hier nach dort verborgen,
bleibt des Lebens schönster Pfand.

Dreimal Alltag

Dreimal Alltag

Eins:
Alltag, bleib bei mir,
bevor die Abwechslung mich besetzt.
Routine, reich die Hände,
Nachtweh, wechsele die Seiten,
gib den anderen wild und schwer vernetzt.

Zwei:
Falsche Sätze fallen nach der letzten Bahn,
richtige Entscheidungen entsteigen dem ersten Wider.

Drei:
Neid ist schwer zu ertragen,
Gier hingegen leicht zu sehen,
das Ende zu oft zu erahnen,
der Umweg selten zu umgehen.

Tauschbörse

Tauschbörse

Reich mir mal dein Leben,
gib doch her das Heut‘.
Entfache bitte kurz das Streben,
bekämpfe den Schlaf daneben,
her mit der Hoffnung – schön, fast unbereut.
Leih nur rasch dein Licht,
das Lodern brauch ich nicht.

Jenes Verhalten

Jenes Verhalten

Er hielt nicht sein Versprechen,
nicht seine Stellung,
kaum den Verstand.
Er hielt mich für einen Derwisch,
hielt keine Reden,
doch eines hielt er – meine Hand.

Thronwärts

Thronwärts

Erobert willst du werden,
zerrissen bis zuletzt,
dein Blick nah dem Gejagten,
deine Haltung fern dem Fest,
umgarnt von Liebe und den Worten,
sitzt du aus den Rest.

Zweimal peripher

Zweimal peripher

Die Füße hängen unter meinem Tisch, stehen unter meiner Gewalt.

Sollen sie mich doch zurück lassen, alleine, als letztes Stück einer
Kette, die niemanden tragen möchte.
Sollen sie mich bloß vergessen, nur zu, ganz ohne einen Stempel unter
meinen Namen zu setzen.
Letztlich ist das Aussitzen mehr Kampf denn Sport,
das Warten weniger Not statt Entscheidung.

Der Urheber

Der Urheber

Dem Umstand war’s geschuldet, dem Umtrunk noch dazu.
Dem Schicksal ward gehuldigt, dem Karma ohne Ruh.
Die Zeichen waren deutlich, jenes Dilemma schon zu sehen.
Die Aura kaum erfreulich, der Winde längst am Drehen.

Sonderdelikt

Sonderdelikt

Wohl dem,
der die Fackel entzwei bricht.
Wohl dem,
der langes Fackeln durchbricht.
Wohl dem,
der der Reise entsagt.
Wohl dem,
der sich dem Gesagten entreißt.
Wohl dem,
der das Lachen verbannt sieht.
Wohl dem,
der sich lachend verbannt.
Wohl dem,
der lässt Taten in Ruhe verblassen.
Wohl dem,
der im Verblassenden ruht.
Wohl dem,
der das Wassernetz entfischte.
Wohl dem,
der Fische durch Wasser benetzt.
Wohl dem,
der die Nächte belagert.
Wohl dem,
der das Lager verneint.
Auf den,
der das Ende besiegelt.
Auf den,
der das Siegel beendet.

3 of 4
1234