Verse

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren

Das eine riecht alt und doch nicht fertig,
viel angefangen, kaum aufgedeckt.
Das nächste scheint fremd und doch betör ich’s,
kaum dieses eingefangen, mehr tief versteckt.

Die beiden zusammen sollen ergeben,
etwas, was sich Verbindung schreit,
ohne Vorsatz mag ich bestreben,
dem Neuen schenk’ ich die Heiterkeit.

Wirrende Weihnacht

Wirrende Weihnacht

Es ist zu kalt für deine Leiden,
und doch zu warm für Heiterkeit,
der Winter wechselt bald die Seiten,
betrügt uns mit der Einigkeit.
Advent zum dritten, bald zum vierten,
bringt Hektik nah dem Heimidyll,
die Weihnacht samt Prunk, oft ohne Hirten,
grüßt dich und mich, solang sie will.
In Zweisamkeit und dunklen Stunden,
Begeisterung dank Kerzenschein,
das Ungesunde soll uns munden,
die Biederkeit bleibt brav und fein.
Es ist zu schön für unsere Wehen,
und doch zu schwer zum Liebesfest,
Weihnacht deckt auf, lässt gar verstehen,
was sich bis dahin verschweigen lässt.
So sind es Worte, nicht die Pfade,
die definieren, was heilig bleibt,
zum Feiern am Baume ich uns stets rate,
Braten und Liebe sich uns einverleibt.

Spätnachrichten: Gedanken von 05:12 Uhr

Spätnachrichten: Gedanken von 05:12 Uhr

Die Gefahr, ja, sie war stets bekannt,
auch wenn sie halb nur zu benennen war.
Vorahnung und Hoffnung blieben bis jetzt verwandt,
nun ist das Wissen da, die Hoffnung rar.
Die Zukunft scheint nun umbenannt,
das Leben windig, die Haltung starr.

Der Tag, eben der

Der Tag, eben der

Was wirst du tun, wenn der Tag ist da?
Eben der, der lange schon vorhergesagt.

Was bloß bist du im Stande zu sagen, wenn der Tag ist da?
Eben der, dessen Ankunft lange dich schon plagt.

Was bitte kannst du bewirken, wenn der Tag ist da?
Eben der, der oft besprochen, halb totgefragt.

Wie nur wird der Tag dich halten?
Eben dich, an dem das Warten hat genagt.

Es ist nicht kompliziert

Es ist nicht kompliziert

Bereichern willst du dich mit Küssen,
überziehen mit Bewunderung,
fremde Begeisterung ist nicht zu missen,
Einsamkeit bleibt Plünderung.

Beginnen scheint dein Tag mit Liebe,
das Ende gleich, ja, wenn auch fern,
Arm in Arm gegen die Triebe,
niemand sagt, was gut und falsch im Kern.

Ende

Ende

Du Ewigkeit.
Es fehlt der Ausweg, dich zu verschonen,
mit Gefühlen wie Gnade über dir zu thronen.
Zu wenig an Gründen für weitere Stunden,
zu viel Duft vom Ende, wie klaffend die Wunden.

Es fehlt Geduld für feines Umschreiben.

Es wird Zeit, das Leben dir auszutreiben.

Der aus der Gasse

Der aus der Gasse

Gut beraten, das ständ ihm gut,
statt halb verraten, Kopf fern von Mut.
Doch ist er nur er, von Straße Zwei.
Der Freude fremd, der Liebe frei.

Darf ich es sein, der das Herz ihm streift?
Lasst mich es sein, auch wenn das nicht reicht.
Sonst muss er ziehen, von Zwei zur Vier, dort vielleicht gehört er mir.

Geschenkt

Geschenkt

Schlaf für mich aus,
ruh für mich mit,
bleib statt meiner zuhause,
schenk mir die Pause.
nimm den Abend an dich,
gönn dir das Rasten,
bloß zu meinen Lasten,
so bleibt das Leben für mich.

Anfang April

Anfang April

Verhalten zeigt sich dein Verhalten,
seitdem der Frühling früher blüht,
verwalten soll ich deine Falten,
derweil die Jugend dir verglüht.

Beseelt blickst du hinauf zum Morgen,
welcher dem Gestern besser stand,
die Freude hier nach dort verborgen,
bleibt des Lebens schönster Pfand.

Dreimal Alltag

Dreimal Alltag

Eins:
Alltag, bleib bei mir,
bevor die Abwechslung mich besetzt.
Routine, reich die Hände,
Nachtweh, wechsele die Seiten,
gib den anderen wild und schwer vernetzt.

Zwei:
Falsche Sätze fallen nach der letzten Bahn,
richtige Entscheidungen entsteigen dem ersten Wider.

Drei:
Neid ist schwer zu ertragen,
Gier hingegen leicht zu sehen,
das Ende zu oft zu erahnen,
der Umweg selten zu umgehen.

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