Verse

In einer Beziehung

In einer Beziehung

Alleine könnt’ ich schlafen,
alleine könnt’ ich sehen,
doch zu zweit bleibt’s beim Versuchen,
keine Not es zu verdrehen.

Alleine könnt’ ich hungern,
alleine könnt’ ich flehen,
doch zu zweit bleibt’s beim Gedanken,
ohne Not es zu begehen.

Alleine könnt’ ich reisen,
alleine könnt’ ich stehen,
doch zu zweit bleibt’s beim Verrenken,
wenig Not es zu verstehen.

Fließend

Fließend

Flüsse verfahren bestenfalls flüssig.
Zuflüsse sind die Aufhänger für Abflüsse,
während Abflüsse wichtiger erscheinen denn Einflüsse,
dabei sind doch Einflüsse wertvoller als alle Ausflüsse.

Vesper in der Stadt

Vesper in der Stadt

Es ist nicht Hunger, ist nicht Durst,
scheint nicht das Thale, nicht der Burst.

Allein zu zweit, gefühlt zu zehnt,
auffällig – gut, verdeckt – verpöhnt.

Die Damen fesch in Schürzen von weiß bis schwarz,
der Kaffee frisch, der Tee voll Honig – gelblich Harz.

Die Worte eindringlich, laut und fest,
Bezahlen später, Bestellung jetzt.

Litfasssäule ohne Drehung, doch bunt und schrill,
davor ein Laufsteg, der es nur sein will.

Die Brille schützt, die Mütze auch,
dazwischen noch ein wenig Rauch.

Für das Wissen kaum, zum Reden nur,
der Sätze vieler, dem Fortschritt stur.

Schauen, Preisen, Zeigefinger, hinters Ohr,
das Leben hebt die Macht empor.

Wach

Wach

Nase frei.
Kopf voll.
Augen auf.
Mund zu.
Bett leer.

7 of 7
1234567