Vesper in der Stadt

Vesper in der Stadt

Es ist nicht Hunger, ist nicht Durst,
scheint nicht das Thale, nicht der Burst.

Allein zu zweit, gefühlt zu zehnt,
auffällig – gut, verdeckt – verpöhnt.

Die Damen fesch in Schürzen von weiß bis schwarz,
der Kaffee frisch, der Tee voll Honig – gelblich Harz.

Die Worte eindringlich, laut und fest,
Bezahlen später, Bestellung jetzt.

Litfasssäule ohne Drehung, doch bunt und schrill,
davor ein Laufsteg, der es nur sein will.

Die Brille schützt, die Mütze auch,
dazwischen noch ein wenig Rauch.

Für das Wissen kaum, zum Reden nur,
der Sätze vieler, dem Fortschritt stur.

Schauen, Preisen, Zeigefinger, hinters Ohr,
das Leben hebt die Macht empor.